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Felix's avatar

Großartiger Beitrag. Ganz vielen Dank

Bernhard  Schilling's avatar

Ein brillanter Text zu einem sehr wichtigen Thema. Warum liest man etwas von solcher Qualität so selten in den gängigen Medien?

Die Trennung von Sprache und Gedanken ist ein wichtiger Gesichtspunkt. Ich bin schon lange der Meinung, dass Gedanken unabhängig von Sprache existieren, und zwar aus zwei Erfahrungen heraus:

1. Wenn man ein Gespräch in einer Fremdsprache geführt hat und dann in der Muttersprache davon berichtet, übersetzt man nicht das Gespräch aus der anderen Sprache. Vielmehr erzeugt man es neu aus dem, was in der Erinnerung abgespeichert ist. Das ist nicht die genaue Abfolge der Wörter, sondern etwas Abstrakteres, was sowohl den Inhalt als auch die Stimmung, also non-verbale Wahrnehmungen, umfasst.

2. Manchmal hat man einen spontanen Einfall, dessen Relevanz einem klar ist, ohne dass man ihn ausformuliert hat. Manchmal muss man nach Worten ringen, obwohl der Gedanke einem klar erscheint. So als ob der Gedanke im Gehirn existiert und in einem Extra-Schritt durch das Sprach-Interface übersetzt werden muss.

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